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Seiichi Furuya fotografierte seine Frau Christine,
nachdem er sie 1978 kennengelernt hatte, praktisch unablässig
bis ihr Tod im Jahr 1985 das Projekt, »ein Leben zu dokumentieren«,
abrupt beendete. In fortwährender Auseinandersetzung mit diesen Aufnahmen
ihrer Neusichtung, Re-Organisation und -Edition entstanden
seither zahlreiche Ausstellungen und Fotobände; mehrfach wählte
Furuya dafür den Titel Mémoires, der auf Erinnerung(srekonstruktion),
Gedächtnis- und Trauerarbeit verweist1.
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SEIICHI FURUYA: MÉMOIRES
1983.
CHRISTINE FURUYA-GÖSSLER 1983 / SEIICHI FURUYA 2006.
Fotografien von S. Furuya, Texte von Christine Furuya-Gössler und Seiichi Furuya (Dt., Jap.; engl. Übersetzung in beiliegendem Heft).
312 Seiten, 22,8 x 19,3 cm, 353 Duoton- und 37 Farbabb.
Fotohof edition (Band 75), Salzburg 2007.
ISBN 978-3-901756-75-7 |
Seine neueste Publikation Mémoires 1983. Christine Furuya-Gössler
1983 / Seiichi Furuya 2006 lässt sich in ihrer Komplexität ohne
Blick auf das Gesamtuvre kaum angemessen erfassen. Hier sei anhand
des Begriffs der Grenze ein erster Zugang eröffnet: Neben der Auseinandersetzung
mit politisch-geografischen Grenzen in einzelnen Serien (s. Anm. 5) thematisiert
Furuyas Arbeit durchgängig Grenzen, die eng an existenziellen Gegebenheiten
liegen: etwa die Grenzen von Wahrnehmung, Erinnerung, Verstehen, Sprache
und Bedeutungsbildung; entscheidend bleibt dabei, dass diese Thematik wohl
niemals den Ausgangspunkt für Furuya bildete, sondern sich aus einer
konsequenten fotografischen Arbeit an seiner lebensweltlichen (sozialen,
politischen, persönlich-privaten ...) Erfahrungswirklichkeit entwickelte.
Furuyas Werkgruppe der Mémoires (inklusive ihrer Modifikationen in
anders betitelten Projekten) thematisiert auch und vor allem Grenzen zeitlicher
Prozesse: Konfrontiert mit der Katastrophe des Selbstmordes seiner Frau
und damit dem jähen Ende eines Lebens(zeitraumes) , erarbeitet
er über viele Jahre verschiedenste Methoden des Erzählens mittels
fotografischer Bildfolgen. Deren Narrative handeln aber nicht nur von bestimmten
Abschnitten bzw. Aspekten eines Lebensweges oder Krankheitsverlaufes, sondern
reflektieren auch den Prozess von Erzählung und Gedenken selbst.
Dabei
liefert die spezifische, paradoxe Zeitbezogenheit des fotografischen Bildes
wie sie etwa von Roland Barthes in vielzitierten Formulierungen dargelegt
wurde eine grundlegende Voraussetzung (sowohl im Sinne von Kondition
als auch von Modalität). Durch assoziative, formal oftmals kontrapunktierte
Bildanordnungen, mitunter auch, indem er den Fotografien aus der Zeit vor
1985 jüngere Aufnahmen hinzufügt, werden chronologisch-sequenzielle
Zeitstrukturen aufgehoben: »Wenn es eine Form des Zurückschauens
gibt, die uns nicht von vornherein vom Gegenstand der Betrachtung trennt,
die Trennung vom Anderen nicht für immer festlegt, dann diese: den
Akt des Zurückschauens selbst zum Gegenstand der Arbeit werden zu lassen.
(...) Nur der Anfang der zu erinnernden Zeit wäre ein Endpunkt; Gegenwart
und Zukunft nicht mehr vom Vergangenen Trennbares«2.
Die schrittweise Lektüre einer Bildreihe bringt aus einzelnen »Schnitten
durch Zeit und Raum« in den jeweiligen Konstellationen immer neue
Bedeutungen hervor; gleichermaßen ergibt auch die Reihe der sukzessive
erschienenen Einzelbände Etappen eines größeren Zusammenhanges
eine fortlaufend wachsende Erzählung. Gerade durch Wiederaufnahmen
und Rückbezüge kommen immer neue Aspekte jener »kontingenten
Fülle«, die jede Fotografie paradigmatisch aufweist, zum Tragen,
entspricht jeder Band einer neuen Phase eines zunehmenden (zeitlichen) Abstandes
zur Vergangenheit.
In diesem Kontext lassen sich auch jene Projekte sehen,
die für sich genommen einer chronologischen Ordnung folgen; so könnte
man etwa Furuyas Zusammenstellung von Kontaktbögen unter dem Titel
»Die Reise« (1988, noch vor dem ersten Mémoires-Band)
als eine ausgedehnte Momentaufnahme sehen, die die Zeit unmittelbar vor
und nach dem Selbstmord von Christine ergreifend trostlos dokumentiert.
Einundzwanzig Jahre nach ihrem Selbstmord las Furuya nun erstmals Christines
handschriftliche Tagebuchaufzeichnungen, die er in einem langwierigen Prozess
transkribieren ließ, ins Japanische übersetzte und schließlich
mit seinen zeitgleich aufgenommenen Fotografien zusammenstellte. Mit dieser
Publikation von praktisch allem verfügbaren Material eines begrenzten
Zeitraumes scheint abermals eine Grenze (des Sag- und Zeigbaren) erreicht.
In chronologischer Ordnung wird das Jahr 1983 dokumentiert, von dem Furuya
schreibt, dass es in ihm »noch immer ein Chaos auslöst«:
Es war jenes Jahr, in dem sich Symptome von Christines psychischer Erkrankung
plötzlich und unübersehbar manifestierten und erste Spitalsaufenthalte
notwendig machten; aber auch das Jahr, in dem sie eine Schauspielausbildung
in Wien begann und die Familie (in verschiedenen Konstellationen) häufig
zwischen Graz und Wien pendelte; nicht zuletzt auch das Jahr, in dem der
gemeinsame Sohn Komyo zwei Jahre alt wurde.
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SEIICHI FURUYA, April 1983: 10. April,
Graz, Sigmund-Freud-Klinik. In: Mémoires 1983, Salzburg 2006,
S. 75. |
Die vielen Fotografien, besonders die bislang unpublizierten und vergleichsweise
privaten Fotografien etwa jene, die Christine mit Komyo zeigen ,
ergeben zusammen mit den von ihr notierten Lebensumständen (ihren zunehmenden
Beziehungsproblemen, ihren Hoffnungen und Schwierigkeiten in der Schauspielausbildung
sowie minuziösen Beschreibungen ihrer psychotischen Zustände)
ein erschütterndes Bild. Es ist kaum möglich, darauf nicht emotional
zu reagieren auf einer unweigerlich persönlichen Ebene wird
man in eine Suche nach Zusammenhängen und Erklärungen sowie in
davon evozierte Gefühle verwickelt. So relativiert sich beispielsweise
mein Blick auf diese mir bereits aus vorangegangenen Publikationen vertraute
Frau.
Mir wird bewusst, wie sich ihr Bild für mich immer mit dem Wissen
um ihren Suizid verbunden hatte ihre Verfassung, wie sie im Setting
des Fotografiert-Werdens erschien, behielt (trotz der Anzeichen eines fortschreitenden
Verlorengehens von Selbstverständlichkeit) immer auch eine Form der
Selbstbemächtigung, und es haftete ihm eine heldenhafte Unberührbarkeit
an, die mit der von Jean Amery geprägten Vorstellung einer »humanen
Dignität des Freitodes« zu tun hatte. Doch nun treten für
mich (als Mutter einer Zweijährigen) eher die bedingungslose Selbstbezüglichkeit
eines solchen Schrittes und die Tragik ihrer Familie in den Vordergrund.
 | SEIICHI FURUYA, April 1983: 13. April, Graz, Zuhause, Komyos zweiter Geburtstag.
In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 98. |
In vielen Rezensionen der Mémoires werden diese als ein fortgesetztes
Memento mori angesprochen, eine Trauerarbeit, die ein empathisches Mitleiden
hervorruft. Diese Leseweise (der auch ich mich nicht ganz entziehen kann)
wurde in einem aufschlussreichen Text von Herta Wolf kritisch hinterfragt.3
Sie konstatiert ein »kulturell determiniertes Erkenntnishindernis«
westlicher Rezipienten und weist auf Prinzipien der japanischen Kulturtradition
hin, die Furuyas Arbeitsweise prägen: So liefere etwa die ideogrammatische
Schrift japanischer Kanji-Zeichen eine (auch von Furuya selbst nahegelegte)
Möglichkeit, seine Arbeit als einen kontemplativen, auf das Hiersein
gerichteten Akt zu begreifen; ein buddhistisches Gedenkritual, das nicht
auf ein wie auch immer geordnetes Archiv und auf kein Ergebnis (einer
endgültigen Bedeutungskonstitution oder Bewältigung) gerichtet
ist. Vielmehr folge seine Arbeit einer modularen Struktur und münde
letztlich in eine Leere, die einer Erkenntnis der immer nur vorläufigen
Existenz oder Essenz aller Dinge entspricht.
Eine eingehende Lektüre der Mémoires 1983 führt
letztlich in eine ähnliche, die erste Leseerfahrung relativierende
Richtung. Denn in der Fülle der ausgebreiteten Dokumente finden sich
Ansatzpunkte für viele disparate Narrative, die jeder Vorstellung
einer Chronik der Ereignisse entgegenarbeiten und am Ende auch
an die Grenzen von Verstehen und Einfühlung führen. Es ist der
diaristische Aufbau, der Furuya den Raum liefert, diese Fülle in
ihrer Faktizität sowie Explizität auszubreiten, in dem all diese
Dokumente ihren Platz finden und die Ungleichzeitigkeit jener Entwicklungen
aufzeigen, die »das Leben« in einem Moment in sich birgt.
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SEIICHI FURUYA, Mai 1983:
Wiener Prater.
In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 139. |
So gab es auch in keiner früheren Publikation Furuyas eine derartige
Mischung von verschiedenen »Bildsorten«: Neben konzeptuellen
Arbeiten, die Furuya für bestimmte thematische Fotoserien aufnahm,
und den Porträts sowie symbolträchtigen (Landschafts-)Motiven,
wie man sie aus früheren Projekten kennt, gibt es viele Familien- und
Erinnerungsfotos, darunter auch Aufnahmen mit offensichtlichen, kleinen
technischen Mängeln. Im Buch erscheinen zusammengehörige Bilder
als kleine Folgen in jeweils unterschiedlichem Layout: entweder über
mehrere Seiten aufgeteilt in größerer Abbildung oder als Tableaus
oder fortlaufende Sequenzen in kleineren Formaten, mitunter auch als zusammenhängende
Kontaktabzugstreifen. Oberhalb der Bilder finden sich jeweils klein gedruckte
Orts- und Datumsangaben. Zwölf gliedernde Seiten, jeweils mit Monatsnamen
und der Jahreszahl, unterbrechen diesen Bilderfortlauf kaum (sie befinden
sich auf linken Blattrückseiten).
Christines Notizen, wovon nur manche
die Länge von etwa zwei Manuskriptseiten überschreiten, sind mit
oben stehender Datumsangabe praktisch immer als geschlossene Textblöcke
(d.h. weitgehend ohne Spaltenumbruch) in die chronologische Bilderfolge
eingefügt, wobei auch manchmal Bilder auf derselben Seite zu stehen
kommen. Den Textblöcken kommt aber genau so viel Raum zu, dass sie
einerseits nie in der Bilderfolge »untergehen« oder ein zu enger
Bezug wie etwa in einem illustrierenden Verhältnis entstünde,
andererseits aber auch nicht den Charakter von Unterbrechungen haben. Jedenfalls
scheint in der formalen Buchgestaltung eine größtmögliche
Gleichberechtigung von Texten und Bildern angestrebt, die so etwas wie eine
faire Konfrontation ermöglicht.
 | SEIICHI FURUYA, Juli 1983: Wien, Schlosspark Schönbrunn. In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 174. |
Auffällig ist in diesem Zusammenhang der Tagebucheintrag vom 26.6.1983,
der als einziger aus der chronologischen Ordnung genommen und dem gesamten
Buch vorangestellt ist: Hier resümiert Christine ihre enge Beziehung
zu Seiichi in einer nüchternen Aufzählung von Ereignissen; zuletzt
bezeichnet sie einen ihrer psychotischen Zustände als »religiös-wahnsinnig-betend
und hellsichtig« und endet mit den Worten »Mir tut nichts leid.
Vielleicht ist es jetzt trotzdem aus«.
Die beschriebene Art der Zusammenstellung seiner Fotografien mit
ihren Texten gewinnt somit eine andere Tragweite: Wesentlich scheint
nicht das Gegeneinanderstellen zweier (gesonderter, aber in sich konsistenter)
Autorenperspektiven oder zweier (jeweils auf verschiedene Art authentizitätsversprechender)
Medien als vielmehr ein Weg des Näherbringens, der die Verwandtschaft
und wechselseitige Verschränkung in der jeweils eigenen Disparatheit
einer Biografie deutlich macht.
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SEIICHI FURUYA, Juli 1983:
Streitdorf.
In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 208. |
Das Tagebuch ist ein gängiger Topos der Rezension von Furuyas fotografischem
Werk, mit dem seine autobiografische Dimension beschrieben wird sowie
sein Zustandekommen durch ein überwiegend nicht von einem
thematischen Konzept ausgehendes, lebensbegleitendes Fotografieren (wobei
Furuya seine Aufnahmen übrigens immer lediglich mit Entstehungsort
und -jahr betitelt).4 Eine Affinität
zu diesem Genre zeigt sich darüber hinaus auch darin, dass sämtliche
Texte, die Furuya selbst seinen Bilderfolgen beistellt, den Charakter
persönlicher Bekenntnisse aufweisen.5
Dass es sich hier nicht um einen Zufall handelt, sondern um eine weiter
reichende Beziehung, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt,
dass zentrale Begriffe einer fototheoretischen Diskussion (nicht nur)
seiner Arbeit, namentlich Authentizität und Autorschaft, auch für
eine Debatte dieser speziellen Literaturform virulent sind. Im Tagebuch
vergewissert sich der Autor mittels einer subjektiven, zeitgebundenen
Schilderung seiner selbst sowie seiner Weltwahrnehmung; seine Aufrichtigkeit,
die offene Form seines Schreibens gewährleisten Authentizität
(nicht im Sinne von objektiver Wahrheit, sondern als postulierter Anspruch!).
 | SEIICHI FURUYA, Dezember 1983: 15. Dezember, Wien, Psychiatrisches Krankenhaus
der Stadt Wien. In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 289. |
Aus einem anderen Blickwinkel kommend, liefert wiederum Herta Wolf den Ansatzpunkt
für eine Relativierung: Sie begreift Furuyas Re-Organisationsarbeit
an seinen Aufnahmen aus der Zeit mit Christine »im Sinne der Kalligrafie
[...] als Verfertigung von Kunst durch Wiederholung, durch Kopieren«,
wobei diese »weder beabsichtigten noch geplanten Handlungen von einer
unverwechselbaren Aufrichtigkeit gekennzeichnet sein [sollen]: wie
ein Schwert, das schneidet, sich aber nicht selbst zerschneiden kann. Wie
ein Auge, das sieht, für sich selbst aber unsichtbar ist. Dieser
aufrichtige Weg, diese Natürlichkeit produziert Literatur. Oder wie
der Fotograf [Seiichi Furuya] sagt: Ich glaube, dass die japanische
Fotografie im Allgemeinen der Literatur sehr nahe steht. Zumindest meine
Fotografie ist für mich ein literarisches Werk.«
Damit wird deutlich, dass die skizzierten Bedeutungen von Authentizität
und Autorschaft nur einer westlichen Konzeption zukommen. Für einen
asiatischen Autor scheinen weder Selbstvergewisserung noch deren Gewährleistung
noch der Telos eines finalen Werkes entscheidend; vielmehr steht Aufrichtigkeit
im Kontext eines Weges, der gewissermaßen von selbst, auf natürliche
Weise Literatur produziert. Es erscheint mir daher angebracht, das Tagebuch
nicht als eine Leitform von Furuyas fotografischer Arbeit zu sehen, sondern
eher als eine Art von entsprechendem wohl zutiefst »westlichem«
Pendant, das eine Beziehung nur in einer differenzierenden
Gegenüberstellung herzustellen vermag.
Allerdings scheint mir die Grenze dieser Beziehung nicht zwischen
den Äußerungen eines östlichen Fotografen auf der einen
Seite und seiner westlichen Frau auf der anderen zu verlaufen, sondern
bereits in Furuyas Arbeit selbst angelegt, der Japan ja schon vor Jahrzehnten
verlassen hat. Im Spannungsfeld der Differenzen manifestiert sich auch
jenes Übersetzungsproblem, das Herta Wolf als ein Leitthema von Furuyas
Lebensarbeit (mit ihren vielen Ortsveränderungen, den Sprachbarrieren
und von Verlust geprägten Zäsuren) ansprach.
 | SEIICHI FURUYA, Dezember 1983: Stadtpark Wien. In: Mémoires 1983, Salzburg 2006, S. 307. |
Furuyas langjähriges Mémoires-Projekt involviert in seiner
Thematik jedenfalls auf vielen Ebenen Probleme von Grenzziehung (gesund/krank,
erinnern/vergessen, explizit/implizit ...) und (Grenz-)Beziehung, bis
hin zur wechselseitigen Verstrickung. Die Publikation der Mémoires
1983 ist wohl kein Endpunkt von Seiichi Furuyas Auseinandersetzung
mit dem Leben und Tod seiner Frau; doch darf sie als Versuch eines
Dialoges über vielfältige Grenzen hinweg als eine Art
Kompendium betrachtet werden, das Grundthemen seiner gesamten Arbeit in
größter Eindringlichkeit vorführt.
© Marie
Röbl, 2007 / www.textezurfotografie.net
Anmerkungen:
1
Mémoires. Texte von Monika Faber, Werner Fenz, Christine
Frisinghelli und Wilfried Skreiner, Graz: Edition Camera Austria 1989;
Mémoires 1995. Texte von Urs Stahel und Toshiharu Ito, Zürich:
Scalo Verlag 1995 (rez. von Frits Gierstberg in: Camera Austria 55/1996,
S. 7577); Christine Furuya-Gössler, Mémoires 19781985.
Text von Seiichi Furuya, Kyoto: Korinsha Press 1997 (rez. von Monika Faber
in: Camera Austria 64/1998, S. 108f); Portrait. Text von Monika Faber,
Salzburg: Fotohof edition 2000. Last Trip to Venice. Text von Seiichi
Furuya, Graz 2002 (rez. von Sally Stein in: Camera Austria 81/2003, S.
81); alive. Text von Monika Faber, Zürich: Scalo 2004.
2 Christine Frisinghelli, »Dem fernen Betrachter«, in: Mémoires,
1989 (s. Anm. 1), S. 99.
3 Herta Wolf, »Lost in Translation«, in: Camera Austria 89/2005,
S. 7476.
4 Monika Faber, in: alive, Zürich: Scalo 2004, S. 171.
5 Dies trifft auf alle seine eigenen,
im Zusammenhang mit den Mémoires publizierten Texte zu (s.
Anm. 1). Persönlich gehaltene Beschreibungen von Betroffenen verwendete
Furuya aber auch in seinen Fotoserien »Staatsgrenze« (1981/83)
und »Vertreiben Flüchten« (1993); deutlich wird
auch hier, wie Furuya in seiner Werkkonzeption jenem »empathischen
Sog« identifikatorischer Projektionen entgegensteuert, der eine
kritische (konkret heißt das auch: politisch reflektierte) Rezeption
gefährden würde. Vgl. Christine Frisinghelli, in: Camera
Austria 50/1995, S. 4952.
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